Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918 - 1932 - Als nieuw

De voorkant van het boek met de titel : Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918 - 1932
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/Roman/Duits
20,00
  • TitelLeben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918 - 1932
  • EAN9783351023911
  • UitgeverAufbau Verlag Gmbh
  • ConditieAls nieuw
Mit einem gefälschten Dienststempel des Wilnaer Soldatenrates entkam Victor Klemperer im November 1918 den Revolutionswirren der zerfallenden Front.Die Rückkehrins normale Leipziger Leben fällt ihm schwer. Weder im Beruf noch im Privaten gelingt es ihm, Fuß zu fassen. Sein dringendster Wunsch: wieder lehren zu dürfen. Ein Provisorium bietet München, dann endlich kommt der Ruf zum ordentlichen Professor an die Technische Hochschule Dresden. Eine Zeit intensiver wissenschaftlicher Arbeit beginnt, neben der Klemperer minutiös sein Tagebuch weiterführt - "halb ein Muß und halb eine Betäubung". Das Tagebuch wird zum bewahrenden Ort für das, was Klemperer "Leben sammeln" nennt: Notate über Begegnungen und Gespräche, Bilanzierungen seiner Arbeit, Beobachtungen des bürgerlichen Gesellschaftslebens und der Universitätsintrigen, Berichte über seine großen Schiffsreisen nach Brasilien, Spanien, den Mittelmeerländern, sein widerspruchsvolles Suchen in der politischen Landschaft zwischen Revolution, Inflation und aufkommendem Nationalsozialismus. Die Tagebücher reflektieren Klemperers Alltag mit den ständigen Sorgen um Geld und Gesundheit, dem Einzug der Technik - das erste Grammophon, das erste Radio, der erste Flug -, seiner Kinoleidenschaft und zunehmender politischer Depression. Eine der bittersten Erfahrungen seines Lebens, die ihn bis in die NS-Zeit hinein bewegt, notiert Klemperer bereits 1922: "Deutschland in der Idee und die jetzigen Vertreter dieser Idee ist eben zweierlei." Für einen, dem Begriffe wie "national" und "patriotisch" Grundwerte seines Weltbildes bedeuten, bleibt nur der Platz "zwischen den Stühlen". Mit wachsender Zukunftsangst registriert Klemperer die Verfestigung des Antisemitismus seit der Nachkriegszeit, und 1932 gipfelt die Bilanz dieser seismographischen Beobachtungen in der resignierenden Frage: "Und was wird aus mir, dem jüdischen Professor?"